Konzerte

Der Kammerchor „Hittfelder Dutzend“ geht wieder auf seine kleine Herbsttournee. Das Programm ist betitelt mit „…nicht zum komponieren geboren“, ein Chorkonzert über Frauen in der Musik. Seit mehr als 1000 Jahren üben Frauen Tätigkeiten aus, die nach landläufiger Meinung Männern vorbehalten sind, und seit mehr als 100 Jahren wird darüber diskutiert, ob und warum das so ist, ob das so sein sollte oder warum nicht, ob es so etwas wie „Männerberufe“ überhaupt gibt und welches dieser Obs den eigentlichen Skandal darstellt.

Das Thema ist stets aktuell. Beispielsweise in der Frage, wie gleich Frauen und Männer für gleiche Tätigkeiten bezahlt werden, und die Frage nach dem Umgang zwischen den Geschlechtern in beruflichen Abhängigkeitsverhältnissen.

Durch die Jahrhunderte gab es immer wieder Berufsmusikerinnen – weniger als Berufsmusiker, aber mehr als üblicherweise bekannt ist. Was sich durch Zeiten und Orte ändert, sind gesellschaftliche Herkunft und Anerkennung: In Mittelalter und Renaissance finden sich komponierende Frauen in den Klöstern, ihre Wirkung reicht aber kaum über die Klostermauern hinaus. Im Italien des Barock kommen sie aus dem Bürgertum, und dass sie selbstbewusst Musik schrieben, schien weithin akzeptiert zu sein – bekanntestes Beispiel ist Barbara Strozzi in Venedig.

Die ersten komponierenden Frauen waren Fürstinnen

Zur selben Zeit in Deutschland sind es mehr die Fürstinnen an aufgeklärten Höfen, die komponieren – etwa Wilhelmine Preußen (verheiratete Bayreuth) oder Anna Amalie Preußen. Im 19. Jahrhundert holt auch in Deutschland das Bürgertum auf – Fanny Mendelssohn (verheiratete Hensel) und Clara Wieck (verheiratete Schumann) sind inzwischen weithin bekannt.

Gleichzeitig scheinen die Selbstzweifel der Komponistinnen zu wachsen: Das titelgebende Zitat von Clara Wieck – deren 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird – lautet vollständig: „Ich tröste mich immer damit, daß ich ja ein Frauenzimmer bin, und die sind nicht zum Komponieren geboren.“ Über Clara Schumanns frühes Klavierkonzert schrieb ein männlicher Kritiker: „Hörte man das Werk, ohne den Schöpfer zu kennen, nie würde man dem Gedanken Raum geben, es sei von einer Dame geschrieben.“ Das sollte wohl ein Kompliment sein…

Das Herbstprogramm des Hittfelder Dutzends befasst sich nicht nur mit der Jubilarin sowie Kompositionen von Frauen, es wird ganz allgemein um Frauen und Geschlechterverhältnisse gehen. Wie immer bei den Konzerten des Kammerchores werden Unterhaltsames und Nachdenkliches Hand in Hand gehen.

 

Sonntag, 03ter November 2019,
17.00 Uhr
St.-Andreas-Kirche
HollenstedtAm Markt 5, 21279 Hollenstedt

Dein Weg zum Konzert:

 

Samstag, 16ter November 2019,
18.15 Uhr
St.-Johannis-Kirche Buchholz
Wiesenstraße 25, 21244 Buchholz

Dein Weg zum Konzert:

 

Sonntag, 17ter November 2019,
17.00 Uhr
Thomas-Kirche Klecken
An der Thomaskirche 3, 21224 Rosengarten

Dein Weg zum Konzert: